Danke, für den Wink mit dem Zaunpfahl, inwieweit dir meine Phantasien gestohlen bleiben können. Du willst nichts weiter über sie erfahren. Meine geliebte Katzenfrau kann dir den Buckel runterrutschen, Menschenbuckel, und möglichst so fallen, dass sie sich ernsthaft verletze. Ihr imaginäres Dasein soll ein schicksalhaftes Ende finden (das gönn ich dir noch Boris!) und für immer aus deinem Dunstkreis verduften. Ist ja keine echte Frau, deren lavendelparfümierte Aura da verloren geht.
Aber es hilft alles nichts, denn sie wird auf ihren zwei Beinen landen. Ja, das wird sie.
In deiner Gegenwart habe ich zwangsläufig nie ohne implizitem Augenzwinkern von ihr erzählt. Natürlich glaube ich nicht an solche Geistesspiegelungen. Ich fabuliere gerne. Ja, ihre fellüberzogenen Finger, die anmutigsten überhaupt, ihr glanzvolles Wirken als Schnittmeisterin und Näherin an meiner Seite sind blanker Tagtraum. Irgendwelche fehlgesteuerten poetischen Anwandlungen. Wie die Erhabenheit ihres schweifenden Ganges mich erschaudern lässt und dass sie die einzige Frau ist, deren Allerwertester mich am Schwengel packt und in Höhenflüge katapultiert, darf als sexuelle Verschrobenheit durchgehen. Solange das Traumbild den Trieben zugeordnet werden kann ist es legitim.
Die blaue Katzenfrau lebt nur in deinem Kopf, Boris. Dieser halb slovakischen halb österreichischen Melone, im Donautiefland zwischen Bratislava und Wien herangereift, hat dort wohl einen leichten Sonnenstich abbekommen. Wie wenige mickrige Fädchen sie noch mit Mutter Erde verbünden, fragst du?
Muss ich es denn noch ausbuchstabieren? Für euch ist sie nicht dinglich, nicht greifbar, nicht fassbar, nicht leibhaftig, nicht stofflich, nicht konkret, für mich jedoch mindestens so real, wie jedes andere Lebewesen auf diesem Planeten! Sie erscheint mir nicht fremder, als jene Taube dort, am Balkonsims gegenüber, oder die schlangenhälsigen Schwäne im Kanal ein paar Schritte vorm Haus. Von der Präsenz etwaiger Pferde, Kühe, Eseln, Ziegen, Schafe, der ich allzu selten ausgesetzt bin, ganz zu schweigen. Das Nilpferd im Berliner Zoo ist bei weitem unfassbarer, der Pelikan, der Vogel Strauss, die Seehunde, Menschenaffen befinden sich gänzlich ausser Reichweite. Trennt uns auch nur ein Zaun, ich kann den Anblick ihrer Gestalten nicht vollständig in mich aufnehmen. Sie erscheinen mir wie Chimären. Die Katzenfrau hingegen, die Katzenfrau erkenne ich!